M
A R M E N O R
Kleines Meer.
Ruhiges Meer ..... ! Du sitzt am Ufer des Mar Menor. Es wird Tag. Das
Wasser ist spiegelglatt, noch ist es dunkelgrün - an manchen Tagen bleifarben.
Und du bleibst sitzen, du beobachtest, aber unbemerkt, du schaust, was wohl kommt.
Und das Wasser, wie in einem Becken. Stille. Nicht einmal ein Plätschern.
Es schläft noch - das Kleine Meer - es ist ganz ruhig. Gerade so als
sei die Welt völlig in Ordnung. Vielleicht ist auch alles in Ordnung - wer
weiß? Der Alltag ist so weit - !
Der Sand an diesem Strand
ist nicht einfach Sand. Nein. Es ist Erde, die dort endet, Erde von einem
Beet - Murcia, der Garten Spanien's - . Der Morgen vergeht und es wird später.
Aber nichts rührt sich. Und dabei weht eine Brise? Kein Zweifel,
es gibt eine Brise. Vor den alten Herrenhäusern rauschen die Palmen, gerade
wie die Blätter der Bougainvillae leise flattern. Aber das Meer ist spiegelglatt.
Dort drüben, auf der anderen Seite, der Streifen der La Manga, Tourismus
pur. Das alltägliche Meer. Mit seinen Wellen, seinen Wellenkämmen
und dem Schaum auf den Kämmen seiner Wellen.
Dieses Kleine Meer hier
ist wie ein silbernes Tablett.
Jetzt - die Sonne im Zenit! Kommt Bewegung
auf? Noch immer nicht! Das flackernde Gelb einer Verkehrsampel an der nahen
Kreuzung gleicht einem Sturm im Vergleich zu der Stille auf diesem kleinen Meer.
Siesta! Wer bewegt hier etwas? Das Meer selbst ist eine Siesta! Würde es
wenigstens schnarchen. Aber nein, es bleibt stumm. Und ruhig. Es ist, als
könnte es kein Wässerchen trüben. Und doch ist es kein totes
Meer. Natürlich atmet es, aber es hat scheinbar einen niedrigen Blutdruck.
Es wird Nacht, alles bleibt gleich. Und das gleiche geschieht in der Nacht.
Kleines Meer. Ruhiges Meer.
>wölfin, immer noch träumend
von Los Urrutias, am 02. Oktober 2002,
http://www.marmenor.net/deutsch/index.php
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