Ich bin während
der Therapien meiner Asthma-Erkrankung nicht nur rational - schulmedizinisch -
naturwissenschaftlich vorgegangen - aber dieses Wissen im Hintergrund half mir
bei Erklärungen und Geltendmachung von Hilfen, die ich in unserem Gesundheitswesen
nutzte, die mein Leben erleichterten. Da waren Anerkennung als Schwerbehinderte
-es gab mehr Urlaub, den ich zur Revitalisierung dringend benötigte-, es
gab Luftreinigungsgeräte -am Arbeitsplatz und zu Hause- und und und. Vom
ambulanten Behindertensport für Asthmatiker erzählte ich schon, nun
will ich von meiner Klima-Therapie (die schulmedizinische Indikation für
meine Teilnahme lautete: Allergisches Asthma, Neurodermitis, allergische Polyarthritis)
am Toten Meer berichten:
Da ging es einerseits auch ganz "wissenschaftlich"
zu, andererseits flossen experimentelle Ideen alternativ praktizierender Ärzte
ein. Kurz und gut, unsere Gruppe bestand aus je fünf Männlein und Weiblein,
wir waren "Versuchskaninchen" und - wir waren alle in Meditation bewandert.
Wir
waren untergebracht im "Nof Arad" - nahe dem Toten Meer (20 min mit
dem Taxi). Im Hotel hatte man vor unserer Ankunft in einigen Zimmern für
uns den Teppichboden entfernt - wunderschöne Steinfußböden waren
zutage gekommen. Die Hotelleitung war verwundert, wieso überhaupt Teppichböden
verlegt worden waren. ;-) Arad, die Wüstenstadt im Negev, mit seinen 1000
m über dem Meer, den heißen, trockenen Winden war praktisch Hausstaubmilben-
und Schimmelpilz-frei - ideal für Asthmatiker -. Dann der tägliche Höhenunterschied
- es war Kreislauftraining pur. In 'Ein Bokek' am Toten Meer mit seiner geographischen
Besonderheit - 400 m unter NormalNull - eine hervorragende Filterung gegen die
Sonnenstrahlen durch diese zusätzlichen Luftschichten - besonders geeignet
für Neurodermitiker - man kann viel länger in der Sonne sein, ohne Sonnenbrand
zu bekommen. Die Temperatur sank tagsüber nie unter 40 Grad - Wärme
die den schmerzenden Gelenken gut tat - und die auch verantwortlich war für
eine stete Verdunstung des mineralhaltigen Wassers. - Hielt man sich im Wasser
auf - gab es quasi immer eine Inhalationsbehandlung. Dann der Mud - der schwarze
Schlamm vom Toten Meer - reich an Sedimenten, Mineralien, Salzen mit seiner unvergleichlichen
Heilwirkung. >>
......und diesem Wasser soll heilende Kraft zukommen. Und wer immer hierher kommt,
wird leben....... << zitiert aus der Bibel über das Tote Meer (Ezechiel
47,9)
Ich hatte einen Teil meines Programms absolviert: Mit Schlamm
eingepackt - in der Sonne getrocknet - bis das Abbröckeln einsetzte - dann
Abwaschen im Wasser - Haut an der Sonne trocknen lassen - wieder ins Wasser -
. OhroPax in die Ohren (wegen des Salzgehaltes - Gleichgewichtssinn ! -), auf
dem Wasser liegend, begann ich mit meiner Meditation - gucken ob alles entspannt,
locker ist - ich genoß es !!!
Ich dankte den Menschen, die mir geholfen
hatten, an diesen Ort zu kommen. Ich dankte meinem Schöpfer, daß
er einen solchen Ort geschaffen. Ich dankte dem Toten Meer mit all seinen
Mineralien, Substanzen, daß es durch meine Haut den Kontakt zu meinen Körperflüssigkeiten
aufnahm - die gestörte Balance herstellte, reparierte, heilte.
Ich
fühlte mich geborgen in diesem Meer der Wärme, Leichtigkeit, Schwerelosigkeit.
Ich hatte alles an Belastungen am Ufer zurückgelassen. Mein Brustkorb weitete
sich, lebensspendende Luft durchströmte mich, versorgte mich bis in die kleinsten
Verästelungen. Breiter - weiter - weiter - ein Gefühl der Unendlichkeit
- . Es hätte so bleiben können, doch nach einer Weile vernahm ich
die leisen Bewegungen des Wassers an meinem Körper, es rief mich zurück.
Ich tauchte aus den Tiefen dieser Entspannung, aus der Erfahrung der Weite, empor,
öffnete die Augen und kannte meine Umgebung nicht mehr. - Ich war abgetrieben
- über die grade mal handbreit tiefer im Wasser gespannten Abgrenzungen der
einzelnen Hotelanlagen aus Stacheldraht hinweg. Was in der Meditation einfach
geschah - jetzt kam ich über diese Absperrung nicht zurück. Ich mußte
den Strand verlassen - durch dieses andere Hotel - über die Straße
fünf Parzellen zurück zu unserem Strand - wo schon nach mir Ausschau
gehalten wurde.
Einige Zeit später dann - wir waren gesundheitlich
alle schon besser drauf - machten wir uns auf einen anderen Weg: Mit einem
ganz normalen Linienbus fuhren wir nördlich am Toten Meer entlang. Da
kam unsere Haltestelle - wir stiegen aus. Feldflaschen-Kontrolle o.K. (lebenswichtig!).
Dann gings erst über einen schmalen Feldweg, in den Sand, in die Felsen.
Wir kletterten trotz Asthma wie die Gemsen, keiner blieb zurück. Der heiße
Wüstenwind zerrte an Haaren und Kleidung. Ab und zu eine kleine Pause. Dann
entzifferten wir Hinweisschilder, suchten und sahen auch manchmal die beschriebenen
Tiere (es war ein kleines Reservat der heimischen Tierwelt). Der nächste
Schluck Wasser und es ging weiter. Wir kletterten höher und höher, die
Sonne auch - es wurde richtig heiß. Wir schwitzten - ohne daß unsere
Kleidung naß wurde - der Schweiß verdunstete - kühlte unsere
Haut. Dann - dieses Geräusch! Es klang wie plätscherndes Wasser!
In dieser Einöde? Wo ? Litten wir schon an Halluzinationen? Überall
waren nur Felsen! Wir kletterten weiter - das Geräusch wurde lauter! Ca.
100 m vor uns in der Luft dann - einige kreisende Vögel. Dies beflügelte
unsere Schritte. Plötzlich war kein Weg mehr zu sehen - doch dort um den
Felsblock ging es sicherlich weiter. Wir bogen um die Ecke, standen und staunten:
Da war sie, die "Davidsquelle". Die kleine Oase, in der der biblischen
Überlieferung nach David vor dem mißgünstigen Saul Zuflucht fand.
Ein kleiner Talkessel, umgeben von hohen Felsen. Ein kleiner grüner Wald
aus Bambus, der Schatten spendete. Das kristallklare Wasser der Quelle, welches
die Felsen herabfiel in ein kleines mit blankpolierten Steinen gefülltes
Becken und kurz dahinter wieder versickerte. Das Licht der Sonne, welches sich
in diesem Wasser spiegelte, flirrend Lichtreflexe zauberte.
Mich traf
dieses Licht ins Herz.
Wie gebannt traten wir zögerlich näher.
Durften wir ? Ja! Wir entledigten uns der Kleidung, durchschritten das Becken
bis unter dieses herabstürzende Fluten und gaben diesem lichtgesättigten
Wasser unsere geschundenen Körper preis. - Und während ich mich unter
diesem Lebensquell drehte und wendete, bat ich demütig Mutter Erde, aus deren
Schoß diese Köstlichkeit hervorquoll, sie möge alles Kranke, Böse
abwaschen, wegschwemmen, versickern lassen, transformieren, neutralisieren, auf
daß es für immer seiner Macht beraubt sei. >wölfin< Erstveröffentlichung
im "Gelben Forum" (inzwischen eingestellt) in dem Thread "Asthma
- Balance auch mal grobstofflich - Licht - Spiritualität"
am 11. November 2001 16:47:41 - La Loba |