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einen Freud, des anderen Leid. Der Frühling kommt. Die Pollen machen sich
wieder auf die Reise!
Im
Frühjahr vereinzelt - manchmal mit einiger Verspätung - setzt in weiten Teilen
Deutschlands der Pollenflug bei Hasel, Erle und Buche ein. Hierzu gesellt sich
bald die Birkenblüte und schließlich eine zunehmende Gräserpollen-Belastung. Ab
Juli können Mehrfach-Allergiker noch mit allergischen Symptomen auf Kräuterpollen
reagieren, bis schließlich im Herbst Sensibilisierungen gegenüber Schimmelpilzen
und Milben in den Vordergrund treten.

Aber
es lässt sich etwas dagegen tun. Es gibt helfende Massnahmen um sich allgemein
gegenüber Pollen zu schützen, bzw. die Belastung zu reduzieren: 1.
Zur Übergangszeit möglichst Wiesen und Felder meiden 2. Sportliche Aktivitäten
im Freien erhöhen die Gefahr des Pollenkontakts 3. Auto fahren mit Pollenfilter
oder ausgeschalteter Lüftung 4. Im Haus evtl. Einsatz von Luftfiltergeräten
5. Schlafzimmer-Fenster ab 5 Uhr morgens schliessen, die übrigen Fenster
auch tagsüber schließen 6. Noch besser: Spezielle Gaze in die Fensteröffnungen
kleben (von Tesa, erhältlich im Handwerkermarkt) 7. Tägliches Staubsaugen
(mit Hygienefilter) zur Pollenreduktion 8. Abends Haare waschen 9. Gegebenenfalls
Schutzmaske tragen (vor allem beim Motorrad - oder Radfahren) 10. Jahres-Urlaub
möglichst in die Zeit des stärksten Pollenflugs legen - also ab ins Gebirge oder
ans Meer
So war es bisher.
Doch
zeichnet sich inzwischen eine Verlängerung dieser Leidenszeit für Pollenallergiker
ab. Als Verursacher macht sich in Deutschland zunehmend bemerkbar:
Ambrosia
genannt
auch Beifußblättriges Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia), oder Beifuß-Ambrosie,
Traubenkraut, Aufrechtes Traubenkraut, Wilder Hanf oder mit
seinem englischen Namen Ragweed (Fetzenkraut), ist eine Pflanze aus der
Familie der Korbblütler (Asteraceae) und hat sich in den letzten Jahren immer
mehr auch in unseren Breitengraden angesiedelt. Die
Beifuß-Ambrosie ist eine licht- und wärmeliebende Pflanze, die zugleich auch ausreichende
Niederschläge im Sommer benötigt. Daher fehlt sie im sommertrockenen Mittelmeerraum
und in den Alpen. Entlang von Straßenrändern kann sie auch in trockenere Gebiete
vordringen, da diese Standorte durch die Wassersammelfunktion der Straßenfläche
besser mit Wasser versorgt sind. Sie benötigt zur Entwicklung und Fruchtreife
eine ausreichend lange Vegetationsperiode. Als konkurrenzschwache Ruderalart benötigt
sie für die Keimung offene Bodenflächen. Ihre bevorzugten Lebensräume sind Straßenbankette/ränder,
Ruderalstandorte (Schutthalden, Mülldeponien), Industriegelände, Hausgärten, Vogelfutterplätze,
Äcker. In bestimmten landwirtschaftlichen Kulturen kann Ambrosia zum gefürchteten
Unkraut werden. Die
Pflanze kann je nach Boden von 30 cm bis zu 1,80 m hoch werden. Ambrosia keimt
im Frühjahr bis Sommer. Die ersten Blüten öffnen sich Ende Juli / Anfang August,
der Höhepunkt der Blüte ist im August / September. Es wurden aber auch Blüten
bis zum ersten Frost im November beobachtet. Dadurch
verlängert sich die Belastungszeit für Pollenallergiker deutlich. In den Ausbreitungsgebieten
hat die Sensibilisierungsrate zugenommen. Der in großen Mengen gebildete und weit
fliegende Pollen hat sehr allergene Eigenschaften und dieser führt nicht nur zu
allergischen Beschwerden an Augen, Nase oder Bronchien, sondern es kann auch bei
Hautkontakt mit den Blättern der Pflanze zu Hautreizungen und damit zu einer Sensibilisierung
kommen. Auffallend ist dabei die zeitliche Verzögerung: Erst nach 20 bis 30 Minuten
kommt es zu Rötungen und Juckreiz.
Um
mehr Informationen über die Verbreitung des "Neubürgers Ambrosia" zu erhalten
und die Ausbreitung der Pflanze möglichst früh zu unterbinden sollten Ambrosiabestände
gemeldet werden. Die Meldung kann über die Internetseite der Landwirtschaftskammer
NRW www.lwk.nrw.de
vorgenommen werden. Einzelpflanzen und kleinere Bestände sollten baldmöglichst
vom Finder ausgerissen und über den Restmüll vernichtet werden. Beim Ausreißen
sollten Handschuhe und bei blühenden Pflanzen auch eine Staubmaske getragen werden.
Die
Bekämpfung größerer Bestände sollte erst nach Bestätigung und Beratung durch den
Pflanzenschutzdienst erfolgen. Quellen
und weitere Informationen im Internet unter: www.lwk.nrw.de
www.bba.bund.de www.aktionsplan-allergien.de www.ambrosia.de
Quellen:
Landwirtschaftskammer NRW http://www.lwk.nrw.de
Wetter und Klima - Deutscher Wetterdienst - Biowetter - Pollenflug -http://www.dwd.de/pollenflug
Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst http://www.pollenstiftung.de/ Pollenflugkalender:
http://www.pollenstiftung.de/images/pollenflug_west.jpg
Die Telefonansagedienste zur Pollenflugvorhersage der einzelnen Bundesländer
sind bundesweit anwählbar (aus dem deutschen Festnetz 0,62 Euro/min. Mobilfunk
ggf. abweichend - Stand 4/2010) - für Nordrhein-Westfalen 0900 1115480 85
Hier noch eine aktuelle Ergänzung zu "Aber es lässt sich etwas dagegen
tun" Link zum Artikel von Andreas Steneberg (Redakteur der U & G -Umwelt &
Gesundheit- Vereinsorgan des AVE -Allergieverein in Europa e.V.) http://www.suite101.de/content/astragalus---heilpflanze-zur-behandlung-von-pollen-allergien-a104707 und
hier noch ein Link mit aktuellen Neuigkeiten (07-02-2011) da auch Hinweis auf
das Pollen-Tagebuch http://www.polleninfo.org/index.php?language=de&nav=&module=states&action=first_page&key_internal_command=germany dort
ist auch der Download-Link zum Ambrosia(Ragweed)-Video des ARD vom September 2010
- ca 75 MB.
Für
den Behinderten-Beirat der Stadt Overath, den 10.3.2011: Christel
Trompertz, Allergieverein in Europa e.V. (AVE e.V.) (Erstveröffentlichung
im Mitteilungsblatt der Stadt Overath, den 11.3.2009 und
der Mitgliederzeitschrift des AVE, Umwelt & Gesundheit 2/2009, S. 65)
, aktualisiert 2/2011 |